Weltweit feiern Christen jedes Jahr zu Ostern die Gedächtnisfeier zur Auferstehung Jesu Christi. Der Hintergrund des Festes ist selbstverständlich auf der ganzen Welt der Gleiche. Doch ebenso wie die Weihnachtsbräuche unterscheiden sich auch zu Ostern regional und national die Begebenheiten zu diesem christlichen Fest. Wie die Bräuche in Italien, Frankreich, der Schweiz, in Spanien oder anderen Ländern sind, möchte ich dir in diesem Beitrag ein wenig näher bringen.

Was wird an Ostern eigentlich genau gefeiert?

Na, kriegst du’s noch zusammen – was genau wird eigentlich nochmal an Karfreitag Ostersamstag, Palmsonntag und Ostermontag gefeiert? Wenn du nicht mehr so einhundertprozentig im Bilde bist ist das kein Problem – ich erkläre es dir :-)

Ostern beginnt eigentlich bereits mit dem Aschermittwoch, welcher die Fastnachtszeit beendet und die Fastenzeit einläutet. Karneval, der je nach Region auch Fasching genannt wird, kommt vom lateinischen “carne vale”, was soviel bedeutet wie “Fleisch – lebe wohl”. In der Fastenzeit wird dann eigentlich 40 Tage lang Verzicht geübt, indem weder Fleisch noch Alkohol verzehrt werden. Bräuche, an die man sich heute eigentlich nicht mehr hält, oder derer man sich teilweise auch gar nicht mehr bewusst ist – stimmt’s? 😉

Die letzte Woche vor Ostersonntag nennt man Karwoche. Die sieben Tage stellen die Kernzeit der Passionszeit dar und sind die wichtigste Woche des Kirchenjahres für gläubige Christen. Zur Karwoche gehören auch der Karfreitag, der Karsamstag, sowie der Palmsonntag. Am Tag vor Karrfreitag gibt es außerdem noch den Gründonnerstag – den Vorabend des Todestages Jesu Christi, an dem dieser noch ein letztes mal mit seinen Jüngern das Abendmahl gefeiert hat.

Der Karfreitag beschreibt den Todestag Jesu, weshalb man klassischerweise wenigstens an diesem Tag auf Fleisch verzichtet und zum Abendessen eher Fisch serviert. Insbesondere in katholisch geprägten Ländern wird dieser Brauch strikt eingehalten.

Offiziell endet nämlich die Fastenzeit erst am darauffolgenden Tag, dem Karsamstag.

Am Ostersonntag dann soll Jesus Christus von den Toten auferstanden sein, was den Palmsonntag selbstverständlich zum wichtigsten Tag an Ostern in unseren Breitengraden macht.

Der letzte Tag der Osterzeit ist der Ostermontag – ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Am dritten Tage nach der Kreuzigung von Jesus Christus gingen zwei seiner Jünger fort aus Jerusalem, um nach Emmaus zurückzukehren. Auf ihrem Weg begegneten sie einem dritten, unbekannten Mann, welcher sich über die Trauer der beiden Jünger wunderte. Als diese beiden Jünger in Emmaus ankamen, luden die den unbekannten Mann zum Essen ein. Als dieser am Tisch das Brot brach erkannten die Jünger den auferstandenen Jesus Christus – anschließend verschwand er und die Jünger bekamen ihn nicht mehr zu Gesicht.

Crucifixion

Ostern und besondere Bräuche weltweit

Ostern in Italien

In Italien gibt es klassischerweise an Ostern eine sogenannte Ostertorte – einen salzigen Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat. In dem katholisch geprägten Land wird ganz  besonderer Wert auf die Karfreitagsprozessionen gelegt. An dem Tag wird das Kirchenkreuz durch die Straßen der Dörfer getragen.

Die Osterfeierlichkeiten in Frankreich

Anders als hierzulande werden die Ostereier und Süßigkeiten in Frankreich erst am Ostermontag versteckt. So müssen die Kleinen leider einen Tag länger warten bis es etwas zu Naschen gibt.  Auch die Kirchenglocken läuten hier als Zeichen der Trauer für Jesus Christus in der Zeit von Karfreitag bis zum Ostermontag nicht ein einziges mal.

Das Osterfest in Spanien

Ebenso wie in Italien, findet auch in Spanien die sogenannte Karfreitagsprozession statt. Die bedeutendste und größte dieser Prozessionen wird in Sevilla ausgetragen, wo sich am Karfreitag tausende Zuschauer versammeln.

Ostern in der Schweiz

In unserem kleinen aber sympathischen Nachbarland, der Schweiz, ziehen am Karfreitag schwarz gekleidete Frauen durch die Gassen –  die sogenannten Klageweiber. Dabei begleiten die Zuschauer diese Klageweiber mit verschiedenen Gebeten und Gesängen.

Österreich an Ostern

Wird in den südeuropäischen Ländern besonderer Wert auf den Karfreitag gelegt, so steht in Österreich insbesondere der Palmsonntag im Fokus. Im Anschluss an eine kirchliche Prozession werden Tannenzweige und Weidenkätzchen als Glücksbringer hinter die Kreuze von Wohnhäusern gesteckt.

So feiern die Schweden Ostern

Im nordeuropäischen Land Schweden kennt man die sogenannten Osterweiber, als welche sich am Ostersamstag die Kinder in Schweden mit langen Röcken und Kopftüchern verkleiden. Ähnlich wie man es zu Halloween kennt, laufen die Kinder von Tür zu Tür und bitten um Süßigkeiten.

Ostern in Finnland

Als Erinnerung an die Palmwedel, mit welchen Jesus Christus vor rund zwei Jahrtausenden in Jerusalem empfangen wurde, schlägt man sich unter Freunden und Bekannten am Ostersonntag freundschaftlich gegenseitig mit einer Birkenrute.

Die Osterfeierlichkeiten in Polen

Ein besonderer Brauch, den man in Polen kennt, ist der sogenannte “Tag des Wasser gießens” – der Ostermontag. Meist Jugendliche bespritzen die Erwachsenen auf den Straßen mit Wasser – Ein Brauch, der an die Taufe des polnischen Herrschers Mieszko I. erinnern soll. Dieser bekehrte zum Ende des 19 Jahrhunderts das Land zum Christentum.

Ostern in Israel

In Israel gönnt man sich zum Osterfest leckeres Lammfleisch mit Kräutern und feinen Saucen. Ostern wird in Israel Passahfest genannt. Und für die Juden ist dieses Passahfest selbstverständlich ein sehr wichtiges Datum.

Das Osterfest in Mexiko

In Mexiko wird fast ganze zwei Wochen lang Ostern gefeiert. Anders als bei uns, hat Ostern hier fast Volksfestcharakter. Die Straßen sind bunt geschmückt und überall wird ausgelassen gefeiert.

Die Easter Parade in New York

Auf der berühmten Fifth Avenue in New York findet jedes Jahr die sogenannte “Easter Parade” statt, bei der geschmückte Festwagen durch Manhattan ziehen. Ein Spektakel, das absolut sehenswert ist und du dir nicht entgehen lassen solltest wenn du ohnehin im Big Apple bist.

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