Die 7 Weltwunder der Antike

Reiseführer sind nicht unbedingt eine Erfindung der Neuzeit – bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus hat ein gewisser Antipatros von Sidon, seines Zeichens griechischer Schriftsteller, einen Reiseführer in griechischer Sprache erstellt. Darin dargestellt waren die schönsten, und sehenswertesten Bauwerke und Orte zu jener Zeit. Zu den sieben Weltwundern der Antike gehört(e) das Grabmal des König Mausolos II., die hängenden Gärten der Semiramis, der Koloss von Rhodos, der Leuchtturm von Pharos, selbstverständlich die Pyramiden von Gizeh, der Tempel der Artemis, sowie  die Zeusstatue des Phidias in Olympia.

Das Grabmal des Königs Mausollos II.

Der persische Großkönig Mausollos II. herrschte  im vierten Jahrhundert vor Christus über die Westküste der heutigen Türkei, die in griechischer Tradition stand. Das Mausoleum des Königs – nach ihm benannt – wurde von griechischen Baumeistern errichtet und zeichnet sich durch seine 11 Säulen auf dem massiven Sockel, sowie die 9 Säulem an der Stirnseite und dem Pyramiden-Dach aus. Das Mausoleum stand bis ins 13. jahrhundert in Halikarnassos, bevor es dann ein schweres Erdbeben zum Einsturz brachte.

Statue des Zeus in Olympia

Greece Olympia origin of the Olympic games

Noch heute werden die Olympischen Spiele ausgetragen, die auf den griechischen Ort auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland zurückgehen. Die Olympischen Spiele der Antike fanden dort von 776 vor Christus bis etwa 393 nach Christus statt. Der Zeus Tempel war zentrales Heiligtum von Olympia, in welchem sich am 14. Tag der Olympischen Spiele die Athleten und Zuschauer versammelten, um den höchsten Gott Zeus zahlreiche Tiere zu opfern. In diesem aus Marmor erbauten Tempel, von etwa 28,64 Meter Länge und 20 Metern Höhe befand sich eben diese Statue des Zeus.

God Zeus

Die hängenden Gärten der Semiramis

Mysteriös wird es bei den hängenden Gärten der Semiramis in Babylon.Über dieses Weltwunder der Antike gibt es bisher ausschließlich schriftliche Quellen und keine Augenzeugen, die das unversehrte Bauwerk zu Gesicht bekamen. Im 20. Jahrhundert jedoch fand der deutsche Archäologe Robert Koldewey die Grundmauern des berühmten Turm von Babylon, sowie von zwei Palästen. Einer dieser Paläste könnte der Garten der Semiramis gewesen sein. Diese Theorie wird aufgrund geografischer Fakten heute allerdings angezweifelt.

Der Tempel der Artemis

Der Tempel der Artemis lag in Ephesos, der heutigen Türkei, gerade einmal 70 Kilometer südlich von Izmir. Während der Antike galt die Hafenstadt als eines der größten und bedeutendsten Zentren im griechischen und römischen Altertum. Die griechische Göttin Artemis wurde in Ephesos angebetet, da ein Bildnis der Göttin vom Himmel gefallen sein soll. Sie gehörte zu den 12 höchsten Gottheiten der griechischen Mythologie und war die Göttin der Jagd, des Mondes und die Hüterin der Frauen und Kinder. Der Bau des Tempels startete etwa 460 vor Christus – die Bauzeit erstreckte sich über gewaltige 100 Jahre. Die Kosten für den Bau des Tempels übernahm zum großen Maße der König Kroisos von Lydien. Heute kennt man diesen König unter dem Namen „Krösus„.

Temple of Artemis is a Roman temple in Jerash, Jordan.

Der Koloss von Rhodos

Der Koloss von Rhodos gilt als Geschenk der Rhodier an Helios –  den griechischen Sonnengott. Bis zum heutigen Tage existieren leider keine archäologisches Funde, die man dem Koloss von Rhodos zuweisen könnte. Allerdings wurde die Statue in vielen Schriften diverser von einander unabhängigen Schreiben erwähnt, weshalb man sich heute sicher, dass der Koloss von Rhodos existiert hat.

Der Leuchtturm von Pharos bei Alexandria

Der Leuchtturm von Pharos stand nicht auf die originalen Liste von Antipatros und wurde erst im 6. Jahrhundert von Gregor von Tours in die Liste aufgenommen. Im Gegenzug wurde dafür die bereits zerstörte Stadtmauer von Babylon gestrichen. Pharos war zu dieser Zeit eine kleine Insel unmittelbar vor der Mittelmeerküste von Ägypten. Bis heute ist der Leuchtturm von Pharos der höchste Leuchtturm der Welt, der jemals errichtet wurde. Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass sich der Betrieb nicht nur auf die Nacht beschränkte, sondern dass der Turm auch tagsüber als Orientierungspunkt genutzt wurde.  Das Sonnenlicht wurde über mehrere Spiegel am Turm an den Horizont reflektiert. Wahrscheinlich konnte man das Licht noch in über 50 km Entfernung sehen.

Die  Pyramiden von Gizeh bei Kairo

Mit einem geschätzten Alter von über 4500 Jahren sind die Pyramiden von Gizeh in Ägypten das älteste Weltwunder der Antike. Zusammen mit der Sphinx gehören die Pyramiden seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Pyramiden von Gizeh in der Nähe von Kairo sind übrigens das einzige der Weltwunder der Antike, welches bis heute überdauert hat. Wird von den Pyramiden als Weltwunder gesprochen ist häufig die riesige Cheopspyramide gemeint. Mit einer Seitenlänge von 230 Metern und einer Höhe von etwa 146 Metern, mussten für die Pyramide 2,5 Millionen Kalksteine verbaut werden. Jeder einzelne dieser Steine hat ein Gewicht von rund zweieinhalb Tonnen. Daten, die selbst bei der heutigen Bautechnik einfach nur verwundern und zahlreiche Fragen aufkommen lassen.

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